Warum Happy Bosses?

Iver R. Tarp

- Weil Unternehmensführung von Happy Management handelt – von Arbeitsfreude. Gute Unternehmensleiter schaffen Arbeitsfreude – für sich und für ihre Mitarbeiter.

Die Frage ist nur: Ist Ihre Organisation bereit, die Arbeitsfreude ernst zu nehmen? Bereit, die Manager, die gute Energie, Engagement und Arbeitsfreude schaffen, zu feiern und zu belohnen?

Arbeitsfreude ist Good Business

Arbeitsfreude macht nicht nur Spaß – sie ist auch Good Business. Viele Unternehmensleiter prioritieren das positive Ergebnis nicht, die sich durch Arbeitsfreude erzielen lässt. – Wer dies aber tut, der schafft hervorragende Resultate.

Dabei geht es nicht nur darum, aus idealistischen Gründen und den Mitarbeitern zuliebe die Arbeitsfreude ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen. Es geht vielmehr um die positive Synergie, die durch Arbeitsfreude entsteht.

Glückliche Mitarbeiter sind produktiver, sie sind innovativ und kundenorientiert. Sie sind auch weniger oft krank und bleiben länger bei dem Unternehmen.

Der Weg zu einem nachhaltigen Erfolg

Viel zu viele Unternehmen tolerieren oder belohnen schlechte Manager. Semco, ein Unternehmen in São Paulo, Brasilien, tut genau das Gegenteil. Zweimal im Jahr bewerten alle Mitarbeiter ihren jeweils nächsten Vorgesetzten; jede Führungskraft erhält einen Score von 0 bis 100, und dieser Score wird im ganzen Unternehmen veröffentlicht.

Ergebnis: Schlechte Manager werden sichtbar und dadurch unter Druck gesetzt, sich zu verbessern.

Soll Ihre Organisation – in einer Welt voll unsicherer Wirtschaft und extrem hoher Anforderungen an Effektivität und Innovation – nachhaltigen Erfolg haben, so führt kein Weg daran vorbei:

Die Manager müssen mit Freuden managen!

- Iver Tarp, Geschäftsführer der Contea Assurance A/S und Präsident von Happy Bosses.

Arbeitsfreude bereitet den Boden
für ein gutes Ergebnis

Sanne Opstrup Wedel

Von Sanne Opstrup Wedel

Aufgeschlossen sein, in anständiger Art und Weise seine Meinung sagen, im Alltag Platz für Spaß finden und nicht zuletzt geistesgegenwärtig sein – dies sind wichtige Ingredienzien, wenn es darum geht, Arbeitsfreude zu schaffen und dadurch seine Mitarbeiter zu motivieren, gute Ergebnisse zu erzielen.

So die Meinung von John Birkmose-Andersen, Kettendirektor der Expert Danmark A/S mit Hauptsitz in Søften bei Aarhus.

Daher trat er dem Netzwerk happy-bosses.com bei, einem professionellen Netzwerk für Unternehmensleiter, die wissen, dass Arbeitsfreude der beste Weg zu guten Ergebnissen ist.

”Ein glücklicher Boss zu sein, das heißt nicht, übertrieben oder oberflächlich lustig zu sein. Bei weitem nicht. Es heißt, in seinem Führungsstil positiv und konstruktiv zu sein. Es heißt, fröhliche, positive Beziehungen zu unterhalten, und die Menschen durch Geistesgegenwart zu motivieren,” erläutert John Birkmose-Andersen, der sich unter anderem als Glücklichen Boss zeigt, wenn er es prioritiert, zu 100 Prozent gegenwärtig zu sein, wenn er einen Gesprächstermin mit anderen Menschen vermerkt hat – oder wenn er Mitarbeitern dazu verhilft, sich auf dünnes Eis zu bewegen, damit sie bei sich verborgene Potentiale entdecken.

”Ich sehe mich als Coach, der – durch Zuhören, positives Zu- und Absagen, Respekt zeigend und mich für meine Mitarbeiter engagierend – aus den Möglichkeiten meiner Mitarbeiter das Optimale herausbekommen soll,” so John Birkmose-Andersen, der in einer örtlichen Filiale der Expert-Kette seine Ausbildung bekam und mit bloßen 18 ½ Jahren Ladenchef wurde.

Das bedeutete, dass er – um zu überleben – gezwungen war, seine Fähigkeit zu entwickeln, Andere für sich zu gewinnen.

”Andere für dich zu gewinnen, das handelt zum größten Teil um positives Management,” betont John Birkmose-Andersen, der froh ist, im Netzwerk Gleichgesinnte kennen gelernt zu haben, die gemeinsam daran glauben, dass die menschlichen Ressourcen in einem Unternehmen das ist, was den größten Unterschied ausmacht.

”Das Vorurteil lautet ja, man könne als Unternehmensleiter kein Geld verdienen, wenn man guter Laune und positiv ist; bisher war in meiner eigenen Karriere aber genau das Gegenteil der Fall,” stellt John Birkmose-Andersen abschließend fest.

Glückliche Mitarbeiter erzielen bessere Ergebnisse

Die Arbeitsfreude ist für das Ergebnis unter dem Strich von Bedeutung – Das ist durch die Forschung mehrfach nachgewiesen worden. So auch von Kai Kristensen, Professor Dr. merc. an der Universität Aarhus, der im Bereich der Qualitätsmanagement im weiteren Sinne forscht. Dazu gehört auch die Erforschung dessen, was Mitarbeiter und Kunden dazu bringt, in einem Unternehmen in der richtigen Art und Weise zu interagieren.

”Es besteht kein Zweifel, dass Arbeitsfreude im allerhöchsten Grad das Ergebnis unter dem Strich beeinflusst. Es wurde belegt, dass es einen sehr engen Zusammenhang zwischen Arbeitsfreude und Kundenzufriedenheit gibt – unter anderen deswegen, weil glückliche Mitarbeiter loyaler sind und bessere Ergebnisse erzielen,” berichtet er.

Auch in Bezug auf krankheitsbedingtes Fehlen liegen, so Kai Kristensen, einige Untersuchungen vor, die einen Zusammenhang zur Arbeitsfreude belegen.

”Je besser die Zusammenarbeit mit den Kollegen, je niedriger das krankheitsbedingte Fehlen. Das widerspiegelt sich im Zusammenhang zwischen krankheitsbedingtem Fehlen und dem Verhalten der Führungskraft. Wenn die Führungskraft ein großes krankheitsbedingtes Fehlen aufweist, dann hat auch der Mitarbeiter ein großes krankheitsbedingtes Fehlen,” erzählt Kai Kristensen.

Er betont weiter, dass sich in Bezug auf den Wert eines positiven Führungsstils herausgestellt hat, dass die Führungskraft ein Kulturträger ist – was von Bedeutung ist, ist nämlich die eigene Rolle der Führungskraft und die Tatsache, dass diese vorangeht und den Weg zeigt.

”Somit haben wir den Zusammenhang zwischen Arbeitsfreude und Kunden, Arbeitsfreude und dem eigenen Verhalten der Führungskraft sowie auch den Einfluss der Arbeitsfreude auf das Ergebnis des Unternehmens unter dem Strich nachgewiesen,” fasst Kai Kristensen zusammen.

Der Boss beeinflusst die Mitarbeiter

Anscheinend haben dies jedoch nicht alle Unternehmen begriffen. Jedenfalls wurde das Netzwerk happy-bosses.com ins Leben gerufen. Der Gründer war Iver Tarp, bis vor kurzem Geschäftsführer der Skadeservice Danmark mit Sitz in Hinnerup. Als Iver Tarp nämlich eines schönen Morgens in einem Artikel las, seriöse, reservierte und zugeknöpfte Chefs seien glaubwürdiger als glückliche, positive Chefs, blieb ihm der Kaffee fast im Halse stecken.

”Alle Bosse wissen, wie sehr man als Führungskraft seine Mitarbeiter beeinflusst. Daher wurde dieses Erlebnis für mich der Startschuss, ein Netzwerk von glücklichen, positiven und konstruktiven Menschen zu sammeln, die darauf fokussieren können, dass glückliche Bosse Arbeitsfreude und gute Ergebnisse schaffen,” so Iver Tarp, der der Meinung ist, dass Arbeitsfreude und ein gutes Arbeitsklima die Parameter sind, mit Hilfe von denen Dänemark den Wettbewerb gegen den Rest der Welt gewinnen soll.

”Ich bin mir sicher, dass die Arbeitsfreude einen Wettbewerbsparameter darstellt, denn Arbeitsfreude heißt Good Business.” So Iver Tarp, der betont, dass er unter einem glücklichen Boss nicht einen Boss versteht, der die ganze Zeit grinsend herumläuft. Ein glücklicher Boss hat einen verantwortlichen, positiven Zugang zum Begriff Unternehmensführung und mag seine Mitarbeiter – was wiederum für einen attraktiven Arbeitsplatz sorgt, an dem man Vertrauen zueinander und Vertrauen zu der Unternehmensführung hat.

”Ich möchte fast sagen, dass man, um Führungskraft zu werden, eine Genehmigung beantragen müsste, genau so, wie man einen Waffenschein beantragen muss. Denn Bosse können Menschen krank machen, wenn sie misstrauisch, unengagiert und schlecht gelaunt sind – ja, tatsächlich ist Stress weitgehend auf schlechtes Management zurückzuführen. Das ist der Grund, weshalb ich an Glückliche Bosse glaube,” schließt Iver Tarp ab.

 

Arbeitsfreude und Spitzenleistungen

Frans Ørsted Andersen

- Aufgaben, die gerade das tangiert, was man bewältigen kann, fördern die Arbeitsfreude der Mitarbeiter, so Psychologe Frans Ørsted Andersen, Lektor an der Universität Aarhus.

Frans Ørsted Andersen ist Wissenschaftler der positiven Psychologie – d.h. der Möglichkeiten des Menschen in Bezug auf Spitzenleistungen, Engagement und Zusammenarbeit.

Dabei stellt es eine Herausforderung dar, dass es schwierig ist, genau das Aufgabenniveau zu identifizieren, das bewirkt, dass wir optimale Leistungen erbringen, ohne uns abzunutzen, erklärt er.

Es ist nicht genug, dass der Boss glücklich ist …

Daher ist es auch nicht genug, dass der Boss glücklich ist, wenn die Mitarbeiter Optimales leisten sollen. Die Freude muss mit einem ressourcenorientierten Führungsstil kombiniert werden, bei dem der Manager geistesgegenwärtig, offen und engagiert ist und mit den Mitarbeitern in gutem Dialog steht.

- Ein wichtiges Element in der Entstehung einer Spitzenleistung geht darum, sich auf die zu leistende Aufgabe konzentrieren zu können. Richtig viel Stress im Arbeitsleben ist darauf zurückzuführen, dass die Mitarbeiter Schwierigkeiten haben, die Zeit bzw. die Aufgaben zu prioritieren, weil sie gerade das Facebook-Profil aktualisieren, eine SMS verschicken oder eine E-Mail schreiben müssen, während sie mit einer anderen Aufgabe zugange sind, und daher schlussendlich mit dem Gefühl nach Hause gehen, nichts fertiggebracht zu haben.

Wenn der Boss die Mitarbeiter dazu bringen kann, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren und dadurch eine Spitzenleistung zu landen, so schafft dies Arbeitsfreude, höhere Produktivität und damit ein besseres Ergebnis unter dem Strich, so Frans Ørsted Andersen.

Die Möglichkeiten in den Mitarbeitern sehen

Dabei ist es wichtig, dass sich das Engagement in den Mitarbeitern nicht nur darauf beschränkt, sich anzuhören, was die Mitarbeiter können und wollen, sondern sich auch darauf konzentriert, ihre Möglichkeiten zu erblicken. Ein Potential zu erblicken, von dem der Mitarbeiter selbst nichts wusste – das vermag ihn wahrhaftig zu motivieren.